„Ich denke, wir sollten Schluss machen, oder?“, bemerkt Laura Dern als Gattin des großbürgerlichen Hauptcharakters (Will Arnett) in einer frühen Szene Bradley Coopers dritter Regiearbeit. Die geht an dieser Stelle allerdings erst richtig los, und das in zermürbend langsamen Schritten mit zahlreichen dramaturgischen Abschweifungen. Keine davon führt zu einer nennenswerten Entwicklung auf zwischenmenschlicher oder persönlicher Ebene, zwischen denen Der lapidare Plot manövriert. Vor allem aber ist keine witzig oder nur vage amüsant; ziemlich kläglich für eine Story über einen Comedian.
Die geringe Bekanntheit dieses realen Vorbilds namens John Bishop verstärkt den universellen Charakter der spärlichen Story. Alex (Arnett) und Tess Novak (Dern) sind nach zwei Kindern und über zehn gemeinsamen Jahren am Ende ihrer Ehe. Die gänzliche Abwesenheit romantischer Chemie zwischen beiden und die komfortable, aber deprimierend sinniere Monotonie ihres Lebens macht das sofort klar. Eigentlich könnte mit beider einvernehmlicher Trennung der Film also zünde sein, aber Cooper will erneut in einer seiner arrivierten Beziehungskisten herumkramen. Als narrativer Aufhänger dient Alex Comedy Karriere.
Die beginnt damit, dass er um den Eintritt in eine Show-Bar zu sparen am Amateur Comedy Programm teilnimmt. Beifall und die herzliche Atmosphäre unter den Comedians ziehen ihn wieder her. Mit wachsendem Erfolg erkennt Alex, dass es für einen Berufswechsel nicht zu spät ist – und auch nicht für seine Ehe. Die soll um jeden Preis gerettet werden. Wie Alex Tess in einem desillusionierten Nicht-Scheidungsantrag sagt: „I want to be unhappy together.“ Beider beruflicher Neubeginn wird zum Ersatz für die partnerschaftliche Neuausrichtung.
Dieses fatalistische Festhalten an toxischen Mustern, die ein ausgleichendes Hobby oder ein neuer Job kompensieren, unterstreicht den konservativen Grundton der zähen Unromantic Non-Comedy. Die verschweigt die bissigeren Witze aus Bishops Bühnen-Routine und lässt ihn stattdessen nach einem One-Night-Stand öffentlich klagen, das Erlebnis habe ihn seine Frau vermissen lassen. Noch ätzender machen diese sentimentale Spießbürgerlichkeit die Status- und Wohlstandsprivilegien der Charaktere und ihres Freundeskreises. Erst sind alle erfolgreich, aber unzufrieden, dann werden sie durch glückliche Wendungen noch erfolgreicher und innerlich erfüllt. WASP-Wehleidigkeit und romantisierte Reaktanz auf dem Gipfel banaler Belanglosigkeit.
Im Grunde ist Bradley Coopers biographisch inspirierte Ehe-Episode eine jener sich in zahllosen Familienkonstellationen wiederholenden Trivial-Tragödien. Zwei Menschen halten krampfhaft an einer längst abgestorbenen Beziehung fest, weil sie sich aneinander und das Unglücklichsein gewöhnt haben. Laura Derns nuanciertes Schauspiel als weit interessantere und traurigere Partnerin des Protagonisten macht das noch bedrückender. Der übrige Cast ist solide, doch unterfordert mit papierdünnen Figuren. Hochglanz-Optik, austauschbare Ästhetik, Überlänge und routinierte Inszenierung machen die humorarme Mischung aus Stand-up Gags und Scheidungsdrama zum filmischen Pendant der Ehe-Form, die sie verzuckert.
- OT: Is This Thing On?
- Director: Bradley Cooper
- Year: 2025