“Don’t blow it!”, warnt das Poster zu Corin Hardys derivativem Teenie-Horror, in dem wieder mal ein uraltes unheilvolles Objekt einer Gruppe junger Erwachsener den vorhersehbaren Tod bringt. Denn wenn ein mysteriöser Gegenstand, der idealerweise mit Menschenhaut eingebunden oder in eine infernalische Puzzle-Box integriert oder wie in Owen Egertons Drehbuch, eine aztekische Totenpfeife ist, muss natürlich jemand – Austauschschülerin Chrys (Dafoe Keen), ihr Cousin Rel (Sky Yang), Rowdy Dean (Jhaleil Swaby), seine Freundin Grace (Ali Skovbye) und Love Interest Ellie (Sophie Nélisse) – genau das damit tun, wovor gewarnt wird. Die Folgen Said eine Mischung aus Final De – damit das tun, wovor gewarnt wird.
Die Folgen sind eine Mischung aus Final Destination und der Trilogy of Terror Episode „He Who Kills“, in der eine Zuni Fetisch Puppe Karen Black herumjagt. Leider ist die schematische Story nicht ansatzweise so unterhaltsam wie die kultige TV-Episode, die zudem die besseren Effekte liefert. Chrys und ihre neuen Mitschüler*innen, die mit ihr von Geschichtslehrer Mr. Craven (Nick Frost) zum Nachsitzen geordert werden, finden die totenkopfförmige Pfeife im Spind Deans kürzlich verstorbenen Team-Kameraden. Dessen bizarrer Tod, den ein Prolog illustriert, sollte das Quintett eigentlich warnen. Doch die Fünf pfeifen darauf (hahaha) ebenso wie Mr. Craven, den es als nächsten erwischt.
Ein amüsanter Twist ist immerhin, dass der Tod in Gestalt der vorbestimmten Todesart der jeweiligen Person auftritt, und Altersschwäche natürlich die Ausnahme ist. Das Potenzial jener mörderischen Doppelgänger bleibt allerdings ungenutzt. Die Totenpfeife bleibt ein austauschbares Gimmick, das spirituelle Objekte der mexikanischen Kulturgeschichte als gefährlich und dämonisch exotisiert. Groß beworbene, aber zahm dargestellt, wirkt die sapphische Romanze demgegenüber wie ein Token einer Progressivität, die weder dramaturgisch noch stilistisch vorhanden ist. Das fähige junge Ensemble kann die stereotypen Charaktere genauso wenig interessant machen wie den Retorten-Plot. Atmosphärische Mittel beschränken sich auf fade Jump Scares, die noch veralteter wirken als das titelgebende Instrument.
Schauriger als die generische Story des Fließband-Teenie-Horrors ist der Mix ungelenker Splatter-Einlagen und synthetischen CGI in Corin Hardys dritter Kino-Arbeit. Ein schales Konglomerat altbekannter Genre-Versatzstücke, ist deren Handlung zu abstrus, um zu erschrecken und zu konventionell für Trash-Spaß. Das einzige halbwegs neue Element ist die Titel-Totenpfeife, deren Einsatz praktisch nichts mit anthropologischen Erkenntnissen zu tun hat. Länger als der Ton des Objekts bleibt Whistle auch nicht im Gedächtnis.
- OT: Whistle
- Director: Corin Hardy
- Year: 2026