"Are you the guide?“, fragt einer der vier jungen Touristen. Das ist Kris (Max Riemelt), doch von gewöhnlichen Stadtrundfahrten unterscheiden sich seine Berlin-Exkursionen drastisch.
Bereits in ihrem Debüt In Between Days erzählte So Yong Kim in melancholischen Szenen vom Erwachsenwerden eines Mädchens. Ihre visuelle Sprache hat die unaufdringliche Bildzeugin kindlicher Auffassungsgabe in Treeless Mountain noch weiter verfeinert.
Was dem Titel nach eine abendfüllende Hundefutterwerbung sein könnte, ist tatsächlich Neill Blomkamps filmische Perspektive auf zwei altbewährte Science-Fiction-Motive: der eigenständig denkenden, fühlenden Maschine und der Exekutive-Androiden. Zweiter Thematik widmete sich der District 9-Regisseur bereits 2004 in seinem Spielfilmdebüt Tetra Vaal.
"La cara oculta", so der spanische Originaltitel, könnte man einen Zweiakter nennen. Aufgrund der abrupt umschlagenden Stimmung wäre es aber gerechter, von zwei Filmen zu sprechen.
Vor der sich aufdrängenden Frage, ob hinter Chinas postmodernen Fassaden gesellschaftlicher Reaktionsmus verweilt, versteckt sich Wangs widersprüchliches Melodrama in feudalen Kulissen. Das Wechselspiel zwischen pittoreskem Historizismus und neumodischem Chic trägt nur dazu bei, die Plakativität der Inszenierung deutlicher vor Augen zu führen.
In jeder Stunde wohnt ein magischer Augenblick. Es gilt nur ihn zu erhaschen, indem man zur rechten Zeit hinsieht. Steht auf beiden Anzeigen einer Uhr die gleiche Ziffer, hat man einen Wunsch frei. Dann schlägt die doppelte Stunde, nach der Giuseppe Capotondis sein verschlüsseltes Spielfilmdebüt benennt.
"Es ist, als stünde man in seinem eigenen Schatten." Als einzige spricht Irina Kolesnitschenko die Vergeblichkeit ihrer Anstrengungen offen aus. Vor zehn Jahren war die hochbegabte Musikerin eine gefeierte Konzertpianistin.
"Die Erinnerung kommt nicht als Ganzes", schreibt Hannah Levine (Dagmar Manzel) in ihr Tagebuch nieder. "Sie kommt in Bruchstücken." Ein solcher Splitter des Vergangenen ist ihr an einem sonnigen Nachmittag in New York bis ins Herz gedrungen.