Alle Jahre wieder muss auf der Leinwand irgendwer Weihnachten retten. Letztes Jahr waren es Dwayne Johnson und Rentier Niko, nun ist es ein übermotivierter Nachwuchs-Elf. Yoyo (deutsche Synchro: Julius Weckauf) freut sich fanatisch auf seinen ersten Einsatz in der Werkstatt des Weihnachtsmanns (Michael Mendl), der seinem Großvater (Oliver Kalkofe) einst eine Ehrenauszeichnung verlieh. Zur Enttäuschung des tollpatschigen Titelhelden ist in der Weihnachtswerkstatt am Nordpol allerdings alles vollautomatisiert. Die neue Managerin Coco ist ähnlich genervt wie das Kinopublikum von Yoyos Sabotage. Doch als Hackerin Cyber Scrooge (Bettina Zimmermann) das System ins Chaos stürzt, müssen die Zwei zusammenarbeiten, damit Weihnachten nicht ausfällt.
In vereinzelten Momenten scheint Ricard Cussós und Damjan Mitrevskis generische Story tatsächlich ein paar relevante Themen angehen. Etwa, dass die Feiertage für zahllose unterbezahlte Arbeitende Hektik, Leistungsdruck und Überstunden bedeuten, und tütelige Feiertagsfreude für verwöhnte Kinder ist. Stattdessen erscheint Stress selbstverschuldet durch die böse Technisierung. Dass die deutsch-amerikanisch-indische Co-Produktion ihre phantasielose Optik dieser verdankt, zeigt beispielhaft die heimelige Heuchelei, die Cyber Scrooge will. Die nachvollziehbare Motivation der Antagonistin lässt ein weiteres Mal narrative Substanz erhoffen, wo nur seichte Phrasen scheinheilige Sympathie liefern. Platte Slapstick und infantile Gags überzuckern eine vorhersehbare Handlung, die weiblich vertretenden Fortschritt verteufelt und patriarchalischen Tradition idealisiert.
Der einzig amüsante Witz in Peter Johnstons und Jamie Nashs Skript ist das Verteufeln der Technik, derer sich die austauschbaren Animationen bedienen. Visuellen Charme und individuelle Optik sucht man ebenso vergeblich wie abenteuerliche Atmosphäre und dramaturgische Originalität. Der selbstgerechte Paternalismus, mit dem einem trauernden Waisenkind hier Materialismus als Kompensation menschlichen Verlusts vorgesetzt wird, grenzt schon arg an Zynismus. Ähnlich abgeschmackt wirkt es, dass sich die ungelenke Inszenierung mit Soundtrack und zeitgenössischen Details einem jungen Publikum anbiedern will, aber gleichzeitig Neuerungen als durchweg schädlich darstellt. Der solide Synchron-Cast ist keine Kompensation für den konformistischen Plot und die schalen Stereotypen. Nicht zu retten.
- OT: Mission Santa: Yoyo to the Rescue
- Director: Ricard Cussó, Damjan Mitrevski
- Year: 2025