Angesichts der diversen finanziellen Rekorde, die Aaron Horvath und Michael Jelenics animierte Adaption Nintendos Kult-Games aufstellte – die erste Videospiel-Verfilmung, die weltweit die Milliardengrenze knackte, erfolgreichster Animationsfilm des Jahres, einnahmenstärkste Verfilmung eines Videospiels, erfolgreichste Film-Produktion für Illumination – war es nur eine Frage der Zeit bis zur unvermeidlichen Fortsetzung. Jene bringt neben dem Regie-Duo auch Drehbuchautor Matthew Fogel zurück, die Produzenten Chris Meledandri und “Mario”-Erfinder Shigeru Miyamoto, sowie den prominenten Voice-Cast. Wenig überraschend ist der zweite Teil dementsprechend im Grunde nur eine Wiederholung des ersten, dessen populäre Aspekte bis zum Anschlag aufgedreht wurden. Mehr Game Kosmos, mehr Prinzessinnen, mehr Antagonisten, mehr Verbündete.
Deren populärster ist der in The Super Mario Bros. Movie angeteaserte Yoshi (Danny Glover), der als Dauerbegleiter Marios (Chris Pratt) und Luigis (Charlie Day) eine Mischung aus anthropomorphem Gefährten und Haustier ist. Zu retten gilt es diesmal Princess Rosalina (Brie Larson), die von ihrer jüngeren Schwester Peach (Anya Taylor-Joy) getrennt wurde, als diese klein war. Das Element der verlorenen Familie erscheint noch deutlicher und sogar herziger bei dem weiterhin geschrumpften Bowser (Jack Black) und seinem Sohn Bowser Jr. (Benny Safdie), der in seine schurkischen Fußstapfen tritt. Mit dem bescheidenen Plan, das Universum zu zerstören, macht sich Jr. an die Befreiung seines Vaters.
Der begleitet davon ahnungslos Mario, Luigi und Yoshi auf der Suche nach Peach, die mit Toad (Keegan-Michael Key) losgezogen ist, um Rosalina zu retten. Obwohl die Schwestern-Beziehung fast Frozen-Vibes entwickelt, und Bowser und Jr. die heimlichen Helden. Deren überraschend ausgebreitetes Vater-Sohn-Verhältnis bleibt die einzige dramaturgische Abzweigung des funktionalen Plots nach Muster der Games. Deren Vintage-Optik wird mehrfach direkt zitiert, und ist neben Anspielungen an Blade Runner und Star Wars Teil der referenziellen Gags, die das knallbunte Jump ‘n’ Run Szenario auch für Erwachsene unterhaltsam machen sollen. Das gelingt einigermaßen, trotz der greifbaren Kommerzialisierung einer Produktion mit viel Geld und wenig Liebe.
Eine frische Auswahl der beliebtesten Power-ups, eine Heerschar der psychisch dezent angeknacksten Lumas und eine Reihe bekannter Character Cameos wie Wart und Honey Queen machen Aaron Horvath, Michael Jelenics superlatives Sequel zum nahezu perfekten Pedant des zugrundeliegenden Game Kosmos. Die schillernden Animationen sind fast surreal farbintensiv und die detaillierten Settings voll offenkundiger und versteckterer Referenzen an die Spielwelten. Deren Charakteren haucht der dynamische Voice-Cast mit Benny Safdie als famosen Nachwuchs-Antagonisten zumindest stimmlich Leben ein. Die Handlung ist vorhersehbar, doch Schematik ist Teil der Werktreue. Rasantes Tempo und zuverlässig harmlose Cartoon-Kampf-Choreographien schaffen die ultimative Union von Eskapismus und Kommerz: Super Mario Monetarism.
- OT: The Super Mario Galaxy Movie
- Director: Aaron Horvath, Michael Jelenic
- Year: 2026