Freida McFaddens enorm erfolgreiche Buchvorlage Paul Feigs grellen Thrillers sieht man den Schund-Status schon von Weitem an. Doch um so weiter sich der papierene Psycho-Plot entspinnt, umso deutlicher wird die Ernsthaftigkeit, mit der Drehbuchautorin Rebecca Sonnenshine und Feig den abstrusen Angestellten-Albtraum adaptieren. Die wissende Selbstironie, die Amanda Seyfrieds famoses Schauspiel zum Zentrum der reißerischen Mischung aus Intrigen, Erotik und pathologischen Geheimnissen macht, fehlt der arrivierten Inszenierung. Deren krampfige Konventionalität untergräbt das trashige Unterhaltungs-Potenzial der aberwitzigen Handlung, die sich einer Reihe klassischer Genre-Tropes bedient.
Deren Twists sind so subtil wie der Vorschlaghammer, dessen sich die charakterlichen Stereotypen und der Spannungsaufbau bedienen. Die auf Bewährung entlassene Millie (Sydney Sweeney) erhält einen vermeintlichen Traum-Job als Hausmädchen von Vollzeit-Mutter Nina (Seyfried). Sie führt in der mehrstöckigen Luxusvilla – inklusive Wendeltreppe und Dachboden, Standards des Mystery-Inventars – ihres steinreichen Ehemanns Andrew (Brandon Sklenar) ein nach außen hin perfektes Leben. Natürlich trügt der Schein. Im Gegensatz zur irrationalen Protagonistin erkennt das Publikum das sofort. Doch hier geht es ohnehin nicht um Spannung, sondern Schaulust, Sadismus und Softcore-Sex.
Ein gewisser Schund-Spaßfaktor lässt sich Paul Feigs routinierter Roman-Verfilmung nicht absprechen. Die meisten Lacher sind allerdings nicht so augenzwinkernd wie Amanda Seyfrieds hemmungsloses Overacting. Selbst nach wochenlanger Obdachlosigkeit ist Sweeneys Titelheldin makellos gestylt, ein italienischer Gärtner fungiert als Deus ex Machina, der die gröbsten Logiklücken wegschaufelt und Gesetze werden nach Belieben außer Kraft gesetzt. Während die Kamera auf ein Beziehungsdrama ausgerichtet scheint, klingt der Soundtrack nach Teenie-Comedy. Mit seiner pseudo-feministischen Message und Hochglanz-Hysterie wirkt der Edel-Trash wie ein filmischer Flashback in die 80er.
- OT: The Housemaid
- Director: Paul Feig
- Year: 2025